Reisemedizin
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Tipps für Reisende in die Tropen und südliche Länder
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Tipps für Reisende in die Tropen und südliche Länder
Vorbereitung
Wende Dich an Deinen Arzt oder Betriebsarzt und besprich mögliche
Gesundheitsrisiken. Außerdem solltest Du dich rechtzeitig informieren, welche Impfungen, in
Deinem Urlaubsziel Pflicht sind. Bei allen Reisen in südliche Länder ist eine Typhus-Impfung
anzuraten, bei Reisen nach Afrika sowie nach Asien sollte man sich gegen Cholera
impfen
lassen. Impfungen gegen
Tetanus, infektiöse Gelbsucht und Kinderlähmung sind ebenfalls in
Österreich zu empfehlen. Auch wenn man geimpft ist, darf man keinesfalls die Hygiene
vergessen. Lass Dich unbedingt rechtzeitig impfen,
sodass die Impfungen schon ab dem Start
Deines Urlaubs wirksam sind. Gegen Malaria hat man noch keinen Impfstoff gefunden, jedoch
kann man regelmäßig ein Medikament zum Schutz einnehmen. Je nach dem Urlaubsort eignet
sich ein anderes Medikament. Die Erreger sind häufig gegen Resochin, Fansidar und auch
Lariam resistent. Hole genauere Informationen bei den
Tropenberatungsstellen ein. Erkundige Dich rechtzeitig, ob man sich in
Deinem Reiseziel gegen Malaria schützen muss. Besorge Dir gegebenenfalls die benötigten Medikamente, welche
Du zum Teil auf
Rezept in allen Apotheken bekommst.
Hygiene
ist das wirksamste Mittel gegen Reisekrankheiten. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme sind Impfungen und Tabletten, welche allerdings Vernunft, Vorsicht und Hygiene in keinem Fall
ersetzen.
Ernährung
Es sollte nur in Flaschen abgefülltes Wasser getrunken werden, Eiswürfel und Speiseeis
meiden. Auch zum Zähneputzen Wasser aus Flaschen verwenden oder Wasser das
entkeimt wurde. Keine rohe Milch, keine Salate, kein ungekochtes Gemüse und kein ungeschältes Obst. Niemals rohes Fleisch essen.
Tierische Lebensmittel müssen gekocht oder durchgebraten werden. Nahrungsmittel gekühlt
aufbewahren, Kontakt mit Fliegen und anderen Insekten vermeiden. Der Magen-Darmtrakt ist in tropischen Gebieten sehr empfindlich. Ein wichtiger Schutz
gegen Durchfallerkrankungen ist die Magensäure.
Durchfall - Reisediarrhoe
Fast immer ist die sogenannte "Reisedairrhoe" eine Folge des Genusses verdorbener Lebensmittel oder mangelhafter Trinkwasserhygiene und der
damit verbundenen Aufnahme von Keimen. Kennzeichnend ist, daß die Erkrankung
schon wenige Stunden nach der Infektion einsetzt. Folgende Symptome sind in
abwechselnder Ausprägung vorhanden: Durchfall - Bauchschmerzen - Erbrechen -
Fieber. Mit wenigen Ausnahmen ist die Reisediarrhoe selbstheilend. Durch
energische Behandlung kann die Krankheitsdauer entscheidend verkürzt werden.
Sollte während des Aufenthaltes in einem Malariagebietes eine Woche oder später nach Reisebeginn Durchfall mit Fieber auftreten, muss auch die Möglichkeit einer Malaria gedacht werden.
Neben der Einnahme von Medikamenten ist es unerlässlich dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und Elektrolyte zuzuführen.
Tiere, Parasiten, Insekten usw.
Berühre keine wilden Katzen und Hunde (Tollwutgefahr). Baden in Flüssen, Seen und Teichen
kann gefährlich sein. Diese Gewässer können mit Parasiten verseucht, und weiters leben dort Insekten, die Überträger
einiger Tropenkrankheiten sind. Lange Hosen und hohe Schuhe sind eine gute Maßnahme
gegen Insektenstiche, Schlangen, Parasiten und Skorpione, nicht
Barfuss laufen. Es ist zu
empfehlen, ein Moskitonetz und Insektenschutzmittel zu benützen.
Schlangenbiss, Skorpionstich:
Antisera mitzuführen ist nur sinnvoll, wenn eine entsprechende Kühlhaltung
unterwegs gewährleistet ist.
Sexualkontakte
Aufgrund von verbreiteten Geschlechts- und sexuell übertragbaren Krankheiten, wie
z. B.
Gelbsucht oder AIDS, ist bei sexuellen Kontakten immer ein Kondom zu verwenden. Am
sichersten ist gar kein sexueller Kontakt mit Einheimischen, insbesondere in Afrika und
Ländern, in denen Sexualtourismus herrscht.
Injektionen
In Afrika kann man sich auch leicht durch unsterile Spritzen und Nadeln mit AIDS-Viren
infizieren. Einwegspritzen und Einmalnadeln für den Notfall vorsehen. Blutsaugende Insekten
stellen keine Gefahr dar.
Nach dem Urlaub
Bei Fieber oder anderen Krankheitserscheinungen nach Ihrem Urlaub suchen Sie sofort
einen Arzt auf.
Empfehlungen zur allgemeinen Hygiene
Trinkwasser, Nahrungsmittel, Eiswürfel
Ein altes Trampersprichwort sagt "Boil it, cook it, peel it or forget it!" Das heißt nur
gekochte und geschälte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Alles andere lieber
stehen lassen. Auch Trinkwasser sogar das Wasser zum Zähneputzen sollte abgekocht werden. Es gibt
auch zuverlässige Filter (z.B. Katadyn Taschenfilter) oder chemische Desinfektionsmittel.
Notfalls Markengetränke aus verschlossenen Flaschen verwenden.
Vorsicht bei Eiswürfeln, diese können ebenfalls gefährliche Krankheitserreger enthalten! Auch bei Speiseeis, Salaten, Mayonnaise und kalten Buffets ist höchste Zurückhaltung
geboten. Auch nicht pasteurisierte Milch muss abgekocht werden. Fisch-, Fleisch- und
Schalentiergerichte sollten nur gut gegart verzehrt werden.
In der Zeit der Algenblüte ("red tide") sollten Karibik- und Südseereisende den Verzehr von
Meerestieren vermeiden, da Darm- und Nervenschädigungen durch hitzebeständige Algengift
drohen (Ciguatera, neurotrope und paralytische Muschelvergiftungen).
Weiters sollen Personen, die unter Durchfall leiden, während der Zeit ihrer Erkrankung weder
Essen noch Getränke für andere zubereiten!
Umwelt
Solange Abwasserleitungen weit entfernt sind, kann man ohne Bedenken im Meer baden. An
der südamerikanischen Pazifikküste und im Golf von Bengalen treten stellenweise
Choleraerreger auf, Erreger der Billharziose (Schistosomiasis) findet man in Binnengewässern
in Afrika, Ostasien und Lateinamerika.
Auf schattigem und feuchten Boden sollte man nicht
Barfuss gehen, weil auch vom Boden
Parasiten wie z.B. Sandflöhe in die Haut eindringen können. Sandalen oder sogar feste
Schuhe können davor schützen. In warmen Ländern treten bakterielle Wundinfektionen sehr
leicht auf, daher müssen offene Wunden sofort desinfiziert und verbunden werden.
Feste Schuhe, lange Hosen und langärmelige Hemden sind in bewachsenem Gelände
notwendig, speziell am Abend. Der Jahreszeit entsprechend warme Kleidung, leichte
Kopfbedeckung und Regenschutz mitnehmen.
Mücken, Flöhe, Läuse, Zecken, Milben
Bedenke außerdem, dass Mücken auch tagsüber stechen und außer Malaria noch andere
Infektionskrankheiten übertragen können. Pest, Borreliosen, Rickerrsiosen, Bartonellosen und Ehrlichiosen werden durch diese
Gliedfüßler übertragen, was durch die Einnahme von z.B. Doxycyclin nach dem
Biss bzw.
Stich für 3-5 Tage oft verhindert werden kann.
Falls Ihr in Regionen reist, in denen eine oder mehrere dieser Krankheiten vorkommen,
nehmt das angegebene Medikament zur Sicherheit mit.
Empfehlungen zu Sexualkontakten
Nehmt Rücksicht auf die Empfindlichkeit eines anderen Kulturkreises!
Bei sexuellen Kontakten mit Prostituierten oder Gelegenheitsbekanntschaften sollte
unbedingt ein Kondom verwendet werden, da Infektionen wie Gonorrhoe, Syphilis, Ulcusmolle (weicher Schanker), Lymphogranuloma venerum (Vierte Geschlechtskrankheit),
Hepatitis B, C und D, HIV- sowie HTLV-Infektionen übertragen werden können.
Gegen HIV-Infektionen, Hepatitis C - oder HTLV-Infektionen gibt es leider keinen Impfstoff,
gegen Hepatitis B kann man sich jedoch vor der Reise impfen lassen. Spritzen und Kanülen dürfen nie gemeinsam mit anderen Menschen benützt werden, ebenso
nie fremde Zahnbürsten, Rasierapparate usw. verwenden!
Impfungen
s. Impfplan
Impfungen in der Schwangerschaft
Einige Infektionskrankheiten können im Falle einer Schwangerschaft eine
Missbildung und
Schädigung des Kindes oder sogar eine Fehlgeburt zur Folge haben. Aus diesem Grund ist es
anzuraten, alle benötigten Impfungen bei Mädchen schon im Kindesalter machen zu lassen.
Eine nicht unbedingt erforderliche Impfung sollte man während der Schwangerschaft
grundsätzlich unterlassen. Jede möglicherweise benötigte Impfung mit dem Arzt besprechen.
In der Schwangerschaft sollte nicht gegen Röteln geimpft werden, ist es aber aus Versehen
doch passiert, heißt das nicht, dass man gleich abtreiben
muss.
Abstände zwischen verschiedenen Impfungen
Oft muß man sich vor Reisen in ferne Länder nicht nur gegen eine, sondern gegen mehrere
Krankheiten impfen lassen. Nun sollten Sie sich erkundigen, zwischen welchen Impfungen
Sie einen gewissen Zeitraum warten müssen und welche kombiniert und gleichzeitig
gemacht werden können. Impfstoffe, die lebende abgeschwächte Erreger enthalten, kann
man zur selben Zeit anwenden. Das sind zum Beispiel BCG-, Masern-, Mumps-, Polio oral-,
Röteln-, Typhus oral- und Varezellen-Impfungen. Man
muss allerdings zumindest 4 Wochen
(bei Polio oral- und BCG-Impfung 6 Wochen) warten, sollten die Impfungen nicht gleichzeitig
verabreicht werden. Diese Abstände sind nicht zum Schutz vor Komplikationen, sondern zur
Optimierung der Immunantwort notwendig. Weiters sollte beachtet werden, dass zur
passiven Immunisierung zugeführte Antikörper mit Lebendimpfstoffen (insbesondere Masern)
interferieren können. Daher ist nach einer passiven Impfung ein Abstand von 3-6 Monaten
(je nach Dosierung) einzuhalten und die Gabe von Immunglobulinen, 2 Wochen nach einer
Impfung mit Lebendimpfstoffen, zu vermeiden. Diese Einschränkung gilt aber nicht für die
orale Polioimpfung. Zwischen Impfungen mit inaktivierten Erregern oder Toxid-Impfstoffen und zwischen diesen
und solchen mit Lebendimpfstoffen sind besondere Abstände nicht nötig. Das sind unter
anderem Diphterie-, FSME-, Grippe-, Hepatits-, Meningokokken-, Pneumokokken-, Polio- (mit
Totimpfstoff "Salk"), Tetanus- und Tollwut-Impfungen.
Impfdokumentation
Immer wieder kommt es in ärztlichen Praxen zu der Situation,
dass Patienten ihren Impfpass nicht zur Hand haben und deshalb über vorausgegangene Impfungen nicht exakte Auskünfte
geben können. Ohne Impfpass ist es vielen Personen unmöglich den Überblick über erhaltene Impfungen und
deren Zeitpunkt zu behalten. Oftmals ist dann nicht mehr eruierbar, ob eine vollständige
Grundimmunisierung vorliegt respektive wann die letzte Auffrischungsimpfung erfolgt ist.
Dieser Mangel an vollständigen Impfpässen wird durch Ärzte
verstärkt, die mit zu wenig Nachdruck auf die Eintragung in ein beim Patienten
verbleibendes Dokument bestehen.
Oftmals wird beim fehlen der Impfkarte einfach eine neue ausgestellt. Taucht die ursprüngliche Dokumentation wieder auf du es erfolgt keine Ergänzung so ist es
auf Dauer für den Patienten kaum möglich den Überblick zu bewahren.
Eine ausreichende Information über Sinn und Funktion übersichtlicher
Impfdokumente ist daher unbedingt erforderlich. Nur so kann es auf Dauer möglich sein
unnötige Impfungen zu vermeiden und den Körper nicht sinnlosen zu Belastungen auszusetzen.
Reiseapotheke
Die Reiseapotheke muss
entsprechend dem Reiseziel, dem Reisestil und der Reisedauer
eingepackt werden. Kinder und Schwangere dürfen manche der genannten Medikamente
nicht einnehmen, beachtet bitte die Gebrauchsinformation.
| Grundausstattung (ist natürlich nur ein Auszug) | ||
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Sollte man trotz allem sich etwas einfangen, bzw. kurze Zeit (bis zu 3 Monate) nach einer Reise erkranken, sollte man auch in Betracht ziehen, das Tropeninstitut aufzusuchen. Speziell dann, wenn die Schulmedizin es nicht in den Griff bekommt. Hier spreche ich ebenfalls aus eigener Erfahrung.